Die wichtigsten Farbwirkungen
kurz zusammengefasst:
Hell-Dunkel-Kontrast
Kalt-Warm-Kontrast
Komplementärkonrast
Flimmerkontrast
Simultankontrast
Quantitätskontrast
Sukzessivkontrast
Qualitätskontrast
Bunt-Kontraste
Farbkonstanz
Die Farbwahrnehmung ist in einem gewissen Rahmen unabhängig von den lokalen Lichtverhältnissen und den daraus entstehenden Netzhautbildern. Die Farbkonstanz ordnet einem Objekt eine bestimmte typische Farbe zu:
Pigmente der Oberfläche eines Objekts und die Eigenschaften des einfallenden Lichts bestimmen den wahrgenommene Farbeindruck. Farben entstehen dadurch, dass Licht mit verschiedenen Wellenlängen auf ein Objekt fällt und dort von den Farbpigmenten teilweise absorbiert wird, während Licht anderer Wellenlänge reflektiert wird. So müsste sich die wahrgenommene Objektfarbe mit der Zusammensetzung des einfallenden Lichts verändern. Aber innerhalb gewisser Grenzen erscheinen die Farben von Gegenständen trotz Variation des Lichtspektrums einheitlich.
Im Beispiel der Landschaftsaufnahme hat das Gras im Vordergrund und das Gras im Hintergrund die selbe Farbe, auch wenn es auf dem Foto andersfarbig erscheint.
Kalt-Warm-Kontrast
Farben werden als kalt (Gelborange bis Magentarot) oder warm (Violettblau bis Blaugrün) empfunden. Durch den Kalt-Warm-Kontrast kann Farbperspektive erzeugt werden: Warme Farben treten in den Vordergrund, kalte in den Hintergrund (Landschaftsmalerei, etc.).
Die Wirkung warmer und kalter Farben auf den Organismus ist messbar. So wird die Raumtemperatur bei mit kalten und warmen Farben gestrichenen Räumen mit rund 5°C Unterschied eingeschätzt.
Verlauf von einer kalten Farbe zu einer warmen Farbe.
Hell-Dunkel-Kontrast
Quantitätskontrast
Qualitätskontrast
Farben mit gleicher oder unterschiedlicher Sättigung wirken zusammen.
Im Foto oben (Korallen in Blau) wirkt neben dem Quantitätskontrast auch ein harmonischer Qualitätskontrast. Im Foto unten (Fassade) wirken ganz unterschiedliche Grau- und Brauntöne zusammen.
Komplementärkonrast
Zwei Farben, die sich in einem Farbmodell (Farbkreis) gegenüber stehen sind komplementär. Komplementärfarben ergänzen sich in ihrer Wirkung: Durch ihre Polarität passen Sie zusammen und können gemeinsam ein ästhetisches Ganzes bilden.
Sukzessivkontrast
Werden Farben betrachtet, verändert sich beim Betrachter nach und nach der Farbeindruck. Der visuelle Wahrnehmungsapparat bildet beispielsweise zu starken Farbeindrücken zum Ausgleich die Komplementärfarbe. Neutrale Farbflächen nehmen sukzessive die Komplementärfarbe der Umgebungsfarben an (Simultanwirkung).
Simultankontrast
Farben beeinflussen sich gegenseitig:
Im Beispiel oben gibt es nur ein Paar
mit gleichen Farben (Auflösung bei Klick).
Farbflächen stehen selten allein. Sobald aber Umgebungsfarben zu sehen sind, wirken die Farben gemeinsam als Ganzes. Das bedeutet für die Gestaltung visueller Medien, dass Farben immer in ihrem Wirkungskontext geprüft und mit allen Umgebungsfarben abgestimmt werden müssen.
Bunt-Kontraste
Buntkontrast mit sehr intensiven Farben.
Stehen reine Farben gleicher oder unterschiedlicher Sättigung nebeneinander, spricht man von Bunt- und Unbunt-Kontrasten.
Flimmerkontrast
Stehen Farben gleicher Helligkeit nebeneinander, fällt es schwer, diese scharf voneinander abzugrenzen. Der Übergang beginnt zu flimmern: Helligkeitsrezeptoren (Stäbchen) und Farbrezeptoren (Zapfen) auf der Netzhaut werden gleichermaßen aktiviert.
In der Gestaltung visueller Medien ist es daher wichtig, zu einer guten Farbwirkung vor allem bei Schriftzeichen auch den entsprechenden Helligkeitsunterschied (Figur-Grund-Kontrast) zu erzielen.
Eine gekürzte Version des Vorlesungs-Skriptes zum Thema Farbe in der Skript-Übersicht.





















