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Audible Zeichen als Gestaltungsmittel
Zur Multisensualität visuell orientierter Medien

Mit Corporate Sound wird in der Kommunikation führender Unternehmen
das Bewusstseit für den Einsatz von audiblen Gestaltungsmitteln geschärft.
Weitestgehend vernachlässigt werden Prozesse des Hörens in der stark
visuell geprägten Kommunikation. Ohne Grund, denn die technischen
Möglichkeiten sind gegeben – beispielsweise um einem Computer mehr
als drei Standard-Pieptöne zu entlocken.

Töne dringen als kurze Sinneinheiten schnell in unser Bewusstsein ein.
Warum sind wir also dazu verleitet, alle audiblen Eindrücke als Störfaktoren
auszublenden? – Einerseits sind aussagekräftige Töne vorwiegend negativ
konnotiert: Hupe im Straßenverkehr, Martinshorn, Sirene, Warnmeldungen
am Computer. Andererseits gibt es das Feld der Musik, worin einzelne Töne
als aussagekräftige Sinneinheiten eine geringere Rolle spielen.

Wenige Klänge haben Einzug in unser positive Kommunikative
Erfahrenswelt gefunden: Die Hausglocke, die Besuch ankündigt, die
neue E-Mail im elektronischen Briefkasten, der spezifische Handy-Klingelton
wenn Freund oder Freundin anrufen. – Alles abstrakte Zeichen,
die selten mit absoluten Botschaften wie „Susanne ruft an“ belegt sind.

Wäre es nicht wünschenswert, unsere Umwelterfahrung durch sensibel
akustisch kodierte Meldungen – audible Zeichen – sinnfällig zu ergänzen?

Dabei denke ich nicht vordergründig an den sanften Brummton,
der den Kaffeeduft aus der Küche unterstreicht und der
Expertenrunde signalisiert, dass bereits drei Tassen fertig gebrüht sind.
Vielmehr stellt sich die Frage, ob sich aus unseren natürlichen
Umwelterfahrungen Kodierungsformen für akustische Medien ableiten
lassen, die uns beispielsweise dabei unterstützen, komplexe soziologische
Zusammenhänge zu verstehen. Oder eine in der Chirurgie eingesetzte
Sonde, die bestimmend surrt, kommt diese der Herzklappe zu nahe.