Zur Theorie der Printmedien
Printmedien waren und sind sowohl Ausdrucksform als auch Motor der Massenkommunikation und somit Grundlage gesellschaftlichen Handelns auf breitester Basis. Sie dienen der Verbreitung von Text- und Bildmaterialien aus allen erdenklichen Themenfeldern (Unterhaltung, Bildung, Ideologie, Aufklärung, etc.).
Ästhetik
Mit der Entstehung der Drucktechniken entsteht auch eine unverwechselbare Ästhetik der Printprodukte. Für den Holzschnitt müssen Abbildungen formal vereinfacht und einfarbig dargestellt werden. Mit dem Kupferstich und der Radierung können Halbtöne immer besser simuliert, später in technischen Rastern nahezu exakt umgesetzt werden. Frühe Drucke müssen farblich reduziert oder verfremdet werden, seit den 1980er Jahren ist Mehrfarbendruck unkompliziert und erschwinglich.
Formal entsteht durch die verschiedenen Technologien ein breites Spektrum an Darstellungstechniken, auf das wir heute zurückgreifen und das wir mit aktuellen Technologien simulieren können: Vereinfachung, Abstraktion, Verfremdung, Strukturen und technische Raster. Eine herausragende Rolle spielt bei den Printmedien die Schrift mit ihrer großen formalen Vielfalt.
Haptische Qualitäten können durch die große Vielfalt an Bedruckstoffen erreicht weden: Pergament, Papier, Folien in nahezu unbegrenzten Oberflächenstrukturen, Farbnuancierungen und Gebrauchsqualitäten unterstützen die Wirkung von Printmedien.
Gerade die formale Einschränkung der visuellen Gestaltungsmittel auf Form und Farbe Figur und Grund zeichnet die Ästhetik von Printmedien aus.
Darüberhinaus sind Druck- bzw. Publishing- und Reproduktionsverfahren durch den Einsatz von Computern für fast jeden Anlass bezahlbar geworden. Waren Schriftsatz, Fotodruck und Vervielfältigung bis in die 1990er Jahre noch ausschliesslich Fachleuten vorbehalten, ist mit der Demokratisierung der Printtechnologien eine Laienästhetik entstanden, die stark von den zahlreichen und vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten von Grafiksoftware und mangelnder fachlicher Qualifikation geprägt ist.
Entwicklung
Im technologischen Umbruch der vergangenen Jahrzehnte haben sich Sinn und Zweck der Printmedien bestätigt: Die sprunghafte Entwicklung von AV- und Netzmedien hat die Printmedien nicht verdrängt, vielmehr ihre Funktion als wichtiges Medium gestärkt.
Permanent werden neue Bedruckstoffe (Papier, Kunststoffe) bis hin zu printähnlichen Displays entwickelt (E-Paper). D.h. wo heute noch Papier dominiert, können in kurzer Zeit flache papierähnliche Materialien die Inhalte digital anzeigen. Die Theorie der Printmedien wird sich mit den Theorien von AV-Medien und Netzmedien vermischen, neue mediale Formen werden entstehen.





