Visuelle Zeichen
Das visuelle Repertoire als umfangreiches Spektrum an visuellen
Zeichen ist Basis der visuellen Kommunikation. Visuelle
Dynamik ist Konsequenz unserer Existenz, bedingt durch die
menschliche Natur und unseren Gesellschaftsformen. Den visuellen
Einflüssen kann man sich nicht oder nur unter großer Anstren-
gung entziehen. Hieraus resultieren nahezu unbegrenzte
Möglichkeiten für die visuelle Kommunikation, um zeichenorientierte
Kommunikationsprozesse zielgerichtet und exakt zu initiieren.
Visuelle Gestaltung ist ein gesellschaftlicher Prozess, sie ist ein
diskursiver Umgang mit Zeichen, das heißt, sie wird durch
ihre Anwesenheit als Zeichen und soziale Formierung gebildet.
Das Konzept der Zeichenhaftigkeit von Darstellungen ermöglicht,
diese als eine diskursive Arbeit wahrzunehmen, die der
Gesellschaft entstammt. Der Gestalter übernimmt den gesell-
schaftlichen Erkennungskode, agiert in dessen Umfeld und erfindet
neue Zeichenkombinationen, die ihrerseits zur Evolution der
diskursiven Formen beitragen; die neugestalteten Zeichen – Formen
des Ausdrucks durch Visualisierung – werden daher zu Quellen
neuer Formschöpfungen und sichern das dynamische Potential der
Gestaltung und überhaupt der Kultur.
Semiotik
Die Semiotik geht als Lehre von den Zeichen und ihren Bedeutungen
in ihrem Ursprung auf die Linguistik (Sprachwissenschaft)
zurück. Methoden der Semiotik sind sowohl für die Untersuchung von
sprachlichen als auch von visuellen Zeichen geeignet.
Der Begriff der Semiotik ist unmittelbar mit dem Begriff der visuellen
Codierung verbunden. Die Semiotik bietet zahlreiche Ansätze,
die Beziehungen zwischen Wahrnehmungsmustern und Bedeutungen
zu untersuchen.
Der Versuch, die Wirkung von Medien zu objektivieren, stößt
spätestens dann an seine Grenzen, wenn die rein formalen Aspekte,
wie das unmittelbar Sichtbare einer medialen Darstellung, von
individuellen Einflüssen begleitet werden. Das geschieht beispielsweise
immer dann, wenn Menschen unterschiedlicher Erfahrungen – mit
unterschiedlichem Erfahrungsschatz – gemeinsam über Medien reden:
Konnotationen verhindern eine objektie Wahrnehmung medialer
Strukturen.
> Audible Zeichen als Gestaltungsmittel
> Visuelle Zeichen
Auszüge aus dem Materialheft im PDF-Format





